NDR Radiophilharmonie Hannover und Matthias Goerne sowie Andrew Staples: „Trinklied“

Die Literatur Haydn-Sinfonien betreffend ist wohl nirgends so umfangreich wie bei vorliegender fis-Moll-Sinfonie von 1772. Allerlei Anekdoten ranken sich um das Werk, die vermutlich auf Haydns ersten Biographen zurückgehen, Georg August Griesinger. Dieser beschreibt das Ende der Sinfonie, wenn ein Musiker nach dem anderen nach Beendigung seines Parts die Kerze löscht und die Bühne verlässt. Mit dem Verlassen der herkömmlichen Form ging Haydn in dieser Sinfonie weit über das gewöhnliche hinaus.

Mahlers „Das Lied von der Erde“ ist ein vertonter Zyklus auf der Basis von sechs Gedichten, Nachschöpfungen chinesischer Lyrik des Dichters Hans Bethge. Fernöstliche Lyrik und Dramatik waren damals in Mode, häufig sind es Übersetzungen von Übersetzungen, Chinoiserien aus zweiter und dritter Hand. Mahler fühlt sich durch die Ambivalenz der Stimmungen angesprochen, depressiv-melancholische Farben wechseln ohne Vorwarnung mit scheinbar lebensbejahender Fröhlichkeit ab – das letzte Bekenntnis eines vom Tode Berührten.

Programm:
Joseph Haydn: Sinfonie fis-Moll „Abschiedssinfonie“ Nr.45 Hob I/45
Gustav Mahler: Sinfonischer Liederzyklus „Das Lied von der Erde”; Sinfonie für eine Tenor- und eine
Alt- (oder Bariton-) Stimme und Orchester

Solisten: Matthias Goerne, Bariton und Andrew Staples, Tenor
Musikalische Leitung: Stanislav Kochanovsky

Konzerteinführung: 19:15 Uhr, Großer Saal (Christian Edelmann, Cellist)

Datum: 05.06.2026

, 20:00 Uhr

Veranstaltungsort: Scharoun Theater Wolfsburg, Großer Saal, Klieverhagen 50, 38440 Wolfsburg