Magni konzertant: „Identität(en)“

Das Orchester Braunschweig spielt Werke von Brahms, Reinecke, Lysenko und Grieg

Vor einigen Jahren machte ein Buch Furore: „Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?“. Die Suche nach Identität ist in der Philosophie schon immer ein großes Thema gewesen. Das Orchester Braunschweig geht dieser Frage nun musikalisch nach. Im Zentrum steht die Musik zu „Peer Gynt“ von Edvard Grieg. Peer Gynt ist im dramatischen Gedichts Ibsens ein ewig Suchender. Auf diesem Weg enttäuscht er viele Menschen, reist in ferne Länder und legt sich mit gemeinen Trollen an. Am Ende findet er sich selbst dort, wo er seine Reise begonnen hat. Griegs Musik charakterisiert aber nicht nur Peer Gynt, sondern ist sofort und unverkennbar skandinavisch.

In der Musik kann man nationale Schulen recht gut erkennen. So ist das auch in der Ouvertüre zur Oper „Taras Bulba“ des ukrainischen Komponisten Mykola Lysenko. Diese Ouvertüre ist in der Ukraine eines der bekanntesten Musikstücke überhaupt und verkörpert die nationale Identität wie kaum ein zweites. Natürlich kann man auch die Musik unseres Landes sofort erkennen. So ist die Tragische Ouvertüre von Brahms 1880 und damit nur wenige Jahre nach der Gründung des Deutschen Reichs entstanden. Die kompositorische Strenge und Ernsthaftigkeit werden von vielen als „typisch Deutsch“ wahrgenommen. Ganz anders ist das bei der Ballade op. 288 von Carl Reinecke. Hier steht vor allem Virtuosität und der Klang der Flöte im Vordergrund. Und damit die Identität dieses Instruments.
Das Orchester Braunschweig freut sich, erneut mit jungen Ausnahmeflötistin Vanessa Boog zusammenzuarbeiten. Vanessa Boog ist mehrfache Preisträgern in Landes- und Bundeswettbewerben von Jugend Musiziert und hat schon einmal gemeinsam mit dem Orchester Braunschweig konzertiert.

Der Tag unseres ersten Konzertes ist der Tag der deutschen Einheit. Auch an diesem Tag steht die Frage nach nationaler Identität für viele im Zentrum. Das Orchester Braunschweig ist sich dabei aber sicher, dass es viele Identitäten gibt, die es zu entdecken lohnt. Das Finden der eigenen Identität öffnet den Raum für das Anerkennen anderer.

Nicht zuletzt hat sich auch das Orchester selbst nach seiner Identität befragt. Im Zuge dieses Prozesses hat sich das 1961 gegründete Kammerorchester Braunschweig in „Das Orchester Braunschweig“ umbenannt und spielt nun erstmals unter mit diesem neuen Namen ein Konzert.

„Identität(en)“
Johannes Brahms: Tragische Ouvertüre d-moll op. 81
Carl Reinecke: Ballade für Flöte und Orchester d-moll op. 288
Mykola Lysenko: Ouvertüre zur Oper „Taras Bulba“
Edvard Grieg: Peer Gynt Suiten Nr. 1 und 2 op. 46 und 55

Vanessa Boog, Querflöte
Das Orchester Braunschweig
Carsten Heidenreich, Dirigent

Datum: 03.10.2026

, 18:00 Uhr

Veranstaltungsort: Aula der Neuen Oberschule, Beethovenstraße 57, Braunschweig

Eintrittspreis: Spenden sind erwünscht.